Sonntage der Barmherzigkeit

Die letzten sieben Wochen des Kirchenjahres, das Papst Franziskus zum Jahr der Barmherzigkeit erklärt hat, nehmen wir in unserer Pfarre zum Anlass, uns noch einmal neu mit den Werken der Barmherzigkeit auseinanderzusetzen und bewusst einen persönlichen Weg der Barmherzigkeit zu gehen.
Ausgehend von Pforten und Toren der Barmherzigkeit, haben wir in unserer Kirche eine wunderschöne Seitentüre, ganz mit Kupferblech verkleidet und Szenen aus dem Leben Mariens gestaltet, als unsere Tür der Barmherzigkeit auserkoren. Die Inschrift auf der Tür lautet:

SEI GEGRUESST DU KöNIGIN MUTTER DER BARMHERZIGKEIT TROST IN UNSEREM LEBEN UNSERE HOFFNUNG - SEI GEGRUESST MARIA MUTTER GOTTES.
Das Haupttor ist in diesen Wochen geschlossen und alle, die kommen, gehen durch unsere kleine Türe der Barmherzigkeit auf einem Umweg, einem ungewohnten Weg, einem neuen Weg in die Kirche, der ihnen auch eine neue Perspektive auf das Kircheninnere und beim Herauskommen auf die Welt eröffnet.Wenn man auf diesem Weg in die Kirche kommt, geht man weiter durch eine Gittertüre, wieder verändert und halb geschlossen, die mit riesigen Detailaufnahmen von allen Händen unserer Marientür geschmückt ist – und jede Hand symbolisiert eines der „Sieben Werke der Barmherzigkeit für heute“ formuliert vom Erfurter Bischof J. Wanke:

  • EINEN PLATZ GEBEN
  • ZUHÖREN
  • GUT ÜBEREINANDER REDEN
  • MITGEHEN
  • TEILEN
  • BESUCHEN
  • FÜREINANDER BETEN

Jeder der sieben Sonntage steht nun für uns unter einem dieser sieben thematischen Schwerpunkte und im gemeinsamen Sonntagsgottesdienst gibt es jeweils neben dem neuen Weg auch mehrere Impulse und Meditation dazu.
Aber nicht nur der Eingang und der Eingangsbereich sind umgestaltet, auch im Hauptschiff gibt es begleitende visuelle Impulse und Gedankenanregungen:
Pfarrer Peter Paul Piechura und Mag. Michaela Stary haben jeweils 7 Leinwände zu einer Ausstellung gestaltet.
Der Bilderzyklus „7x unbarmherzig“ an der linken Kirchenwand nimmt Bezug auf die Sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit (die zurückgehen auf Jesu Endzeitrede in Mt 25 - Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke besuchen, Gefangene besuchen - Tote bestatten - wurde bezugnehmend auf das Buch Tobit noch hinzugefügt) und die traditionellen Sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit (die Unwissenden lehren, die Zweifelnden beraten, die Trauernden trösten, die Sünder zurechtweisen, den Beleidigern gern verzeihen, die Lästigen geduldig ertragen, für die Lebenden und Verstorbenen beten), sieben dieser 14, die uns für hier und jetzt am vordringlichsten erschienen, wurden ausgewählt und als gegenwärtige zeitgemäße Situationsbeschreibungen formuliert:

  • HUNGRIG
  • AUF DER FLUCHT – OBDACHLOS
  • TRAURIG - ALLEIN
  • GEMOBBT
  • KRANK
  • ENTWÜRDIGT
  • ORIENTIERUNGSLOS

Die sieben gestisch – expressivem Acrylbilder mit eingearbeiteten plakativ-symbolischen Collageteilen sind bewusst dem Fotocollagezyklus „7x barmherzig“ auf der rechten Kirchenwand gegenübergestellt, der die „Sieben Werken der Barmherzigkeit für heute“ darstellt und gleichsam eine Antwort auf diese Situationen geben.
So machen wir uns an sieben Sonntagen und in den sieben letzten Wochen des Kirchenjahres immer wieder neu auf einen neuen Weg der Barmherzigkeit.