Liebe Leopoldsdorfer und Leopoldsdorferinnen!

Liebe Mitglieder und Mitarbeiter unserer Pfarrgemeinde!

 

Haben Sie eine Vision? Wenn ein neuer Pfarrer in die Gemeinde kommt, dann wird neugierig gefragt: „Wie ist er?" „Woher kommt er?" Oder: „Was will er alles machen oder verändern?" Eine schnelle Antwort auf diese Fragen kann ich Ihnen leider nicht geben. Die kommende Zeit
wird schon die richtigen Antworten bringen, was für uns und für unsere Gemeinde wichtig ist. Ich kann Ihnen aber sagen, was mir am Herzen liegt, was für mich eine große Bedeutung hat. Es gibt viele Bilder und Visionen vom Leben einer Pfarrgemeinde. Haben Sie auch welche? Ich schon. Es ist ähnlich wie bei einem Künstler; bei einem Maler. Bevor er mit dem Malen eines neuen Bildes beginnt, sucht er in seinem Inneren nach einer Vision. Meistens funktioniert das, und ein neues Bild entsteht.

Es wird heute viel von der Krise in der Kirche gesprochen und viele fragen sich, wie wird denn unsere Zukunft aussehen? Immer wieder beschäftigen wir uns mit solchen Fragen, die uns dann auch echte Sorgen bereiten. Es gibt unter uns aber nicht nur Angstmacher, sondern auch Zukunftspropheten, die sagen: „Schaut nicht in die Zukunft! Schaut auf den Anfang!" Und was war für die Christen des Anfangs wichtig? Die Antwort auf diese Frage finden wir in Mk 1,29-39.

Auf drei Säulen stand schon damals das christliche Gemeindeleben: Caritas, Liturgie und Verkündigung. Wenn wir den Bericht aus der Bibel mit einem Tisch vergleichen, dann bekommen wir ein greifbares Bild, das die Gemeinde charakterisiert. Ein Tisch, der mindestens drei Füße hat, steht schon gerade; er dient der Gemeinschaft; die Menschen sammeln sich um ihn; er trägt; man kann sich auf ihn stützen. Immer wieder stelle ich mir die Frage, ob wir in unseren Gemeinden alles tun, damit wir die drei Säulen verwirklichen. Ist unser christlicher Lebensstil noch so anziehend und brauchbar wie ein Tisch, bei dem die Menschen noch Platz nehmen wollen, oder gleichen unsere Gemeinden eher einem instabilen Hocker?

Es ist mein besonderes Anliegen, die Begabungen der Menschen zu suchen und sie aufzuzeigen, die Menschen zu animieren und einzuladen zu einem aktiven und attraktiven Pfarrleben im Sinn des Evangeliums.

Es wird von uns nichts Unmögliches verlangt. Viele Generationen vor uns hatten schon sehr erfolgreich die Botschaft des Evangeliums Mk 1,29-39 gelebt. Sie hatten die Vision der ersten Christen verstanden. So wünsche ich mir für die Zukunft in unserer für alle offenen Pfarre ein mit Gottes Hilfe gemeinsames und gesegnetes MIT-EINANDER.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Pfarrer Mag. Peter Paul Piechura