Fastentuch 2017

Wie in den letzten Jahren ist auch heuer während der Fastenzeit unser Altarbild mit einem Fastentuch verhüllt. Dieses mal haben wir das Tuch „Wir können nicht schweigen…“, welches der Künstler Max Rauch 2010 für die Pfarre Schwechat gemalt hat, als Leihgabe bekommen. Herr Rauch gestaltet jedes Jahr ein neues Tuch für seine Pfarre und die Tücher aus den letzen Jahren erfreuen sich großer Beliebtheit in Pfarren der Umgebung. Mehr Informationen dazu gibt es in einem Folder mit detailierter Beschreibung.

„Wir können nicht schweigen…“
Seine Samenkörner gehen auf – LEBEN breitet sich aus

„Wir können nicht schweigen über das, was wir gehört und gesehen haben!“ – so bekennen Petrus und Johannes offenen Herzens gegenüber den Religionsmächtigen ihrer Zeit. Diesen war die heilsame Kunde vom auferstandenen & lebendigen Jesus Christus Dorn im Auge. (Apg 4,20).

Wer tiefe Erfahrungen macht, im Herzen echt berührt ist, kann es nicht für sich behalten!
Unser Fastentuch stellt das reichhaltige Aussäen Gottes vor Augen: Dieser Gott geizt nicht, sondern schenkt mit voller Hand. Ohne ängstlichen Druck, dass alles sofort „Erfolg“ haben muss, teilt er reichhaltig aus. Wo die Samen seiner Liebe in offene Herzen fallen, da beginnen Menschen aufzuatmen, sich aufzurichten und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen – da beginnt Aufer-STEH-ung! Solche Menschen brauchen sich nicht mehr in existenzbedrohender Angst auf sich selbst zurück ziehen und ans Überleben klammern. Solche Menschen haben die Freiheit & Kraft, Hand anzulegen für eine bessere Welt, tragen das LEBEN hinaus; mit ihrem ganzen Dasein erzählen sie vom lebendigen wirksamen Gott – sie „können gar nicht mehr davon schweigen!“

Die Person rechts im Bild bringt es zum Ausdruck: Offenen Herzens hält sie die Schale ihres Lebens Gott entgegen, dankbar blickt sie auf. Und: Der Same des Lebens keimt: In ihrer Lebensschale, wie auch rund um sie blüht das Leben auf.

Der Mensch links dagegen lebt übersättigt dahin – abgestumpft sperrt er sich gegen das, was ihm geschenkt wird, zertritt auch noch das zart aufkeimende Gedeihen neben ihm. Vielleicht hat ihn das Leben schon zu sehr enttäuscht und hart gemacht. Vielleicht hat er in die Tretmühle des Alltags eingespannt von allem genug oder ist nur mehr mit sich selbst beschäftigt – er lässt alles an sich abgleiten, innerlich erstarrt wird er nur mehr gelebt.

Das Fastentuch hält uns den Spiegel vor Augen: Beide Symbolfiguren zeigen manches, was sich auch in unsrem Herz abspielt – je nach Lebenssituation. Die Österliche Bußzeit („Fastenzeit“) stellt uns die Frage, wo wir selbst uns dem von Gott geschenkten Leben verschließen, lieber auf uns selbst fixiert als für das Leben offen sind. In ihr gibt uns Gott die Chance, eigene Gewohnheiten infrage zu stellen, die vielleicht kurzzeitig Spaß machen, letztlich aber unser Leben austrocknen. Fasten heißt, manches davon einmal bewusst weglassen als Verzicht, der stärkt und zu vertieftem Leben führt; als Chance, aus der Abhängigkeit von Gewohnheiten, Formen und „Süchten“ zu erfüllenderem Leben durchzudringen.

Denn das Schöne ist: Gottes Schenken und Wirken ist wirkungsvoller als die menschliche Abgestumpftheit. Diese Tage feiern wir die Einladung Gottes, neu unser Herz für ihn zu öffnen. Wenn auch manchmal auf Umwegen: Seine Samenkörner des Lebens gehen auf, Leben breitet sich aus!

 

Auf der Homepage der Pfarre Schwechat ist noch mehr Information zu finden. Vielleich wird uns Herr Rauch auch heuer wieder besuchen und nach dem Gottesdienst ein paar erklärende Worte zu seinem Bild sprechen. Wir danken ihm recht herzlich für die Leihgabe und für die Gedanken die uns durch die Fastenzeit begleiten werden.

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